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Blickkontakt und Handzeichen: Die geheime Sprache auf dem Wasser



Ein strahlender Sommertag, glitzerndes Wasser und die perfekte Brise. Du stehst am Steuer, genießt die Ruhe und die Freiheit. Doch plötzlich wird es voll auf dem Kanal oder dem See. Von links nähert sich eine Segelyacht, von rechts kreuzt ein vollbesetztes Ausflugsboot, und im Augenwinkel taucht auch noch ein Stand-up-Paddler auf. In genau solchen Momenten zeigt sich, wer die wichtigste Sprache auf dem Wasser beherrscht. Und nein, damit ist nicht das offizielle Schifffahrtsrecht gemeint, sondern etwas viel Menschlicheres:


**Blickkontakt und klare Handzeichen.**

Auf dem Wasser gibt es keine Ampeln, keine Fahrspuren und erst recht keine Blinker. Wie signalisierst du also dem anderen Kapitän, was deine Absichten sind? Die Antwort ist einfach: Schau hin – und lass dich sehen.


Warum die Sonnenbrille kurz weichen sollte

Wir alle kennen das: Die Sonne brennt, die coole Sonnenbrille sitzt perfekt. Aber wusstest du, dass verspiegelte Gläser auf dem Wasser echte Kommunikationskiller sein können? Wenn zwei Boote aufeinander zusteuern, ist die erste Frage im Kopf beider Skipper: *„Hat er mich gesehen?“


Ein kurzer Blickkontakt nimmt sofort die Spannung aus der Situation. Er ist die Bestätigung: *Ich habe dich im Blick, und ich passe auf.* Wenn die Situation unübersichtlich ist, schiebe die Brille für einen Moment hoch. Ein kurzes Nicken wirkt oft Wunder und sorgt für sofortige Entspannung an Bord – auf beiden Seiten.


Die Kunst des deutlichen Zeichensetzens

Wenn der Blickkontakt steht, kommt Schritt zwei: das Handzeichen. Auf dem Wasser gilt das Prinzip der **Übertreibung**. Ein zaghaftes Heben der Hand knapp über die Reling sieht der andere Skipper auf 50 Meter Entfernung schlichtweg nicht.

* **Der Gruß:** Ein freundliches Winken gehört zum guten Ton und signalisiert: Alles entspannt.

* **Die Richtungsanzeige:** Willst du dem entgegenkommenden Boot Platz machen? Warte nicht bis zum letzten Moment. Mach eine deutliche, weit ausholende Handbewegung in die Richtung, in die du ausweichen wirst, und passe deinen Kurs gleichzeitig sichtbar an.

* **Das „Nach dir“-Zeichen:** Möchtest du einem anderen Boot den Vortritt lassen (zum Beispiel an einer engen Brücke oder Schleuse)?


Ein klares Ausstrecken des Arms in Fahrtrichtung des anderen zeigt unmissverständlich: *Fahr ruhig vor, ich warte.*


Slow Enjoyment: Entschleunigung beginnt im Kopf

Am Ende dreht sich beim Freizeitkapitän alles um ein Prinzip: **entspanntes Genießen**. Wer mit Stress, Hektik oder dem Beharren auf das vermeintliche „Vorfahrtsrecht“ aufs Wasser geht, verdirbt sich und anderen den Tag.

Durch rechtzeitigen Blickkontakt und klare, freundliche Zeichen nehmen wir das Tempo aus brenzligen Situationen, noch bevor sie überhaupt entstehen. Es schafft eine Atmosphäre von gegenseitigem Respekt und Gelassenheit – genau das, warum wir alle überhaupt so gerne aufs Wasser gehen.

Wenn du also das nächste Mal am Steuer stehst und es eng wird: Such den Blick des anderen, schenk ihm ein Lächeln, gib ein klares Zeichen und genieße die Fahrt!


Ahoi und allzeit gute Fahrt!

 
 
 

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